Astigmatismus (Stabsichtigkeit) – Was sind typische Symptome einer Hornhautverkrümmung?

Doctor-Medic Liliana Bányai

Doctor-medic Liliana-Iulia Bányai

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17. Mai 2021 4 Minuten Lesezeit
Letzte Änderung: 10. August 2021
Astigmatismus (Stabsichtigkeit) - Was sind typische Symptome einer Hornhautverkrümmung?

Astigmatismus, auch bekannt als Stabsichtigkeit, ist eine häufig auftretende Fehlsichtigkeit, die in Folge einer Hornhautverkrümmung zu einer verschwommenen oder verzerrten Sicht in unterschiedlicher Entfernung führen kann. Betroffene klagen außerdem häufig über Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und eine verzerrte Wahrnehmung.

Astigmatismus ist altersunabhängig, kann unterschiedlich stark und oftmals auch in Zusammenhang mit Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit auftreten. Die Fehlsichtigkeit ist angeboren und verändert sich in der Regel im Laufe des Lebens nur wenig bis gar nicht.

Da sie häufig erblich bedingt ist, sollte man bereits Babys auf Astigmatismus testen, um frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen.

Da, je nach Stärke, fast 40-80 % der Menschen unter einer Hornhautverkrümmung leidet, ist die Bedeutung des Astigmatismus enorm. Erfahren Sie hier alles Wichtige über Astigmatismus, seine Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. 

Diese Symptome treten bei Astigmatismus auf

Neben einer verzerrten Sicht können bei Astigmatismus zusätzlich Symptome wie Kopfschmerzen, Augenschmerzen oder Schwindel auftreten. Handelt es sich um unkontrollierten Astigmatismus, lässt die Sehfähigkeit sofort nach.

Bei mildem Astigmatismus nimmt die betroffene Person gar keine Sehschwäche wahr. Bei den meisten Menschen tritt sogar eine leicht verkrümmte Hornhaut auf, weil das Auge von Natur aus nicht perfekt gebaut ist. Eine Hornhautverkrümmung von 0,75 Dioptrien gilt daher noch als normal, kann vom Auge ausgeglichen werden und muss in der Regel nicht korrigiert werden. 

Ist die Verkrümmung der Hornhaut zu stark führt das dazu, dass die Sicht in der Nähe und in der Ferne verzerrt ist. Runde Dinge können so zum Beispiel lang gezogen und stabförmig aussehen. So erklärt sich auch die Bezeichnung Stabsichtigkeit. Treten diese Symptome auf, sollte dringend ein Augenarzt aufgesucht werden.

Die Symptome bei Astigmatismus auf einem Blick: 

  • verzerrte Sicht
  • Kopfschmerzen
  • Augenschmerzen
  • Schwindelgefühl
Verzerrte Sicht kann ein Symptom von Astigmatismus sein

Welche Arten der Hornhautverkrümmung gibt es?

Für einen Astigmatismus ist am häufigsten eine regelmäßige aber unterschiedliche Krümmung der Hornhaut in verschiedenen Achsen verantwortlich. Auch Unregelmäßigkeiten der Linse oder Vernarbungen der Hornhaut können zu einer Stabsichtigkeit führen.

Augenärzte unterscheiden in erster Linie zwischen einer regulären und irregulären Hornhautverkrümmung.

Regulärer Astigmatismus ist die häufigste Form der Hornhautverkrümmung und kann leicht mit einer Brille oder sogenannten torischen Kontaktlinsen korrigiert werden. Dabei ist die Hornhaut in eine Richtung mehr gekrümmt, ist als in die andere.

Irregulärer Astigmatismus ist wesentlich seltener und tritt bei einer ungleichmäßigen Krümmung der Hornhaut auf. Dies kann in Folge einer Augenverletzung und damit verbundenen Beschädigung der Hornhaut entstehen.

Auch die Augenkrankheit Keratokonus, bei der die Hornhaut immer dünner wird und eine kugelförmige Verformung annimmt, kann eine mögliche Ursache sein. Es ist nicht immer eine Korrektur mit einer Brille möglich, sondern unter Umständen nur mit ganz speziellen Kontaktlinsen.

Wer stellt die Diagnose einer Hornhautverkrümmung?

Eine verschwommene Sicht muss nicht immer Folge einer Hornhautverkrümmung sein. Sie sollten also immer die fachkundige Meinung eines Spezialisten einholen. Ein Augenarzt oder Optiker wird einen Astigmatismus Test durchführen, um zu ermitteln, welche Korrektur nötig ist. Dazu kann er unterschiedliche Geräte und Methoden anwenden, die auch von der Art und Schwere des Astigmatismus abhängen. 

In der Regel muss die betroffene Person durch verschiedene Korrekturgläser schauen und wird befragt, welche Gläser das unscharfe Sehen Ihrer Meinung nach am besten ausgleichen. 

Durch modernste Technik ist es mittlerweile mit einem sogenannten Hornhauttopografen sogar möglich, die Hornhautoberfläche genau zu vermessen und ihre Krümmungen wie eine topografische Landkarte bildlich darzustellen. 

Wie kann Astigmatismus behandelt werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, für die Astigmatismus Behandlung. Zum einen kann man unterschiedliche Sehhilfen ausprobieren. Dazu gehören Brillen oder Kontaktlinsen mit einem speziellen Zylinderschliff. 

Darüber hinaus kann eine Hornhautverkrümmung auch mit einer Laseroperation, einem Linsenersatz oder einer Hornhautverpflanzung korrigiert werden. Welche Operation gewählt wird, sollte vorher mit dem behandelnden Augenarzt besprochen werden.

Brille

Zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung werden torische Brillengläser verwendet, welche auch als zylindrische Gläser bekannt sind. Torisch bedeutet hierbei, dass die Gläser passend zur Form Ihrer Hornhaut Unregelmäßigkeiten besitzen, sodass die Brechung des Lichtes an einigen Stellen also verstärkt und an anderen vermindert wird.

Das parallel einfallende Licht wird so wieder auf der Netzhaut scharf und punktförmig gebündelt, sodass ein scharfes Bild entsteht.

Kontaktlinse

Torische Kontaktlinsen gleichen genauso wie die Brillengläser die individuellen Unterschiede Ihres Auges aus, sodass die einfallenden Lichtstrahlen korrekt auf der Netzhaut gebündelt werden. Mit diesen speziellen Kontaktlinsen kann so auch gleichzeitig eine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit korrigiert werden.

Kontaktlinsen zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten

Augenlasern als dauerhafte Lösung

Liegt ein starker Astigmatismus vor, kann es sinnvoll sein, die Hornhautverkrümmung weg lasern zu lassen. Dafür wird das Auge des Patienten mit speziellen Augentropfen betäubt. Der Patient verspürt also während der Operation keine Schmerzen. Genauere Informationen zu Augenlaser-OP finden Sie im Augenlaser Erfahrungsbericht.

Welche Methode zur Korrektur der Hornhautverkrümmung eingesetzt wird, hängt von der Beschaffenheit des Auges sowie den persönlichen Lebensumständen des Patienten ab.

Der Augenarzt entscheidet, welche Methode für welchen Patienten geeignet ist. So dürfen zum Beispiel keine Augenkrankheiten vorliegen.

Mit einer Brille oder Kontaktlinse kann die Sicht bei einer Hornhautverkrümmung zwar angepasst werden, aber nur das Augenlasern ist eine dauerhafte Lösung!

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