Führt Augen reiben zu Keratokonus?

Doctor-Medic Liliana Bányai

Doctor-medic Liliana-Iulia Bányai

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8. März 2022 6 Minuten Lesezeit
Letzte Änderung: 20. April 2022
Führt Augen reiben zu Keratokonus?

Sie reiben sich öfter die Augen? Vermutlich ja, denn Augenreiben ist ein natürlicher Reflex, wenn das Auge juckt. Bei Müdigkeit, trockenen Augen und bei Allergien reiben sich viele Menschen aus Gewohnheit die Augen. Bakterien gelangen rasch durch die Finger in die Augen und können Infektionen verursachen. Reibt man intensiv und häufig seine Augen, kann sich die Augenhornhaut verformen oder dünner werden. Diese Erkrankung nennt man Keratokonus.

Erfahren Sie nachfolgend alles Wissenswerte zum Thema Augen reiben und Keratokonus.

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Ist Augen reiben schädlich?

Starkes und ständiges Augen reiben kann unter Umständen schädlich sein. Bei der Erkrankung Keratokonus verändert sich die Dicke der Hornhaut und sie kann sich so stark verformen, dass sie eine konische (kegelförmige) Form annimmt. Betroffene leiden häufig an einer Verschlechterung des Sehvermögens. Durch zu starkes und intensives Augenreiben wurde eine Zunahme an Hornhautverformungen festgestellt.

Ist Augen reiben schädlich?

Warum Augen reiben gut tut

Augenreiben tut gut, wenn sie jucken. Bei Müdigkeit trocknet die Oberfläche meist aus, da die Qualität des Tränenfilms schlechter wird. Wenn die Augen trocken werden, fangen sie an zu jucken

Bei konzentrierter Arbeit am Bildschirm oder beim Autofahren können die Augen schnell müde werden. Man spricht hier von einer Blickmonotonie. Hierbei sinkt die Lidschlagfrequenz und es steigt die Gefahr, dass die Augenoberfläche austrocknet. Auch trockene Luft in geheizten Räumen trägt dazu bei.

Das passiert beim Augen reiben

Es scheint eine harmlose Handlung zu sein, doch starkes und regelmäßiges Augen reiben birgt Gefahren. Es ist auch keine Lösung für das eigentliche Problem, sondern macht es in den meisten Fällen nur noch schlimmer. Durch die Hände gelangen Bakterien in das Auge, die eine Entzündung verursachen können. Übt man beim Reiben der Augen großen Druck aus, können kleine Blutgefäße platzen und das Sehvermögen kann langfristig beeinträchtigt werden. Es kann auch zu Schäden an der Bindehaut oder der Hornhautoberfläche kommen und sogar eine Verformung bewirken. Im schlimmsten Fall führt dies zu Keratokonus.

Was ist Keratokonus?

Bei der Augenerkrankung Keratokonus kommt es zu einer Veränderung der Hornhautdicke. Die Augenhornhaut (Cornea) wird dünner und verformt sich. Die Hornhaut kann sich so stark verformen, dass sie eine Kegelform annimmt. Leidet man unter Keratokonus, verschlechtert sich das Sehvermögen. Bei einem Fortschreiten der Erkrankung entwickelt sich zumeist auch eine Kurzsichtigkeit. Leidet der Patient unter einer stillen Form des Keratokonus, können Kontaktlinsen oder Brillengläser helfen, die Unregelmäßigkeiten auszugleichen. Bei einer progressiv voranschreitenden Form kommt es zur Ausdünnung der Hornhaut. Hier kann in schwerwiegenden Fällen nur noch eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) angewendet werden.

Was ist Keratokonus?

Die Ursachen für Keratokonus sind verschieden und noch nicht gänzlich geklärt. Neben Störungen der Kollegenquervernetzung im Bindegewebe und einer genetischen Prädisposition der Vorwölbung kann auch das Augenreiben Keratokonus begünstigen.

Es kommt immer wieder vor, dass die Erkrankung mit einer gewöhnlichen Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) verwechselt wird. Dank unserer hoch entwickelten Technik und jahrelangen Erfahrung bei Bányai Augenheilkunde können wir genauestens feststellen, ob Sie an Keratokonus leiden oder nicht.

Crosslinking Methode als Behandlung

Die beste Lösung, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, ist die Behandlung des Keratokonus mit der Crosslinking Methode. Bei einem Crosslinking (Hornhautquervernetzung) werden die Fasern der Hornhaut mit Riboflavin (Vitamin B12) und UV-Licht stärker vernetzt und dadurch stabiler.

Nach der Operation müssen kortisonhaltige Augentropfen angewendet werden. Die Erholung der Sehkraft nach dem Eingriff nimmt einige Zeit in Anspruch, ist aber in der Regel vollständig. Diese Behandlung verspricht nachhaltige Stabilisierung und erspart eine aufwendige Keratoplastik (Hornhauttransplantation). 

Augen reiben – mögliche Ursachen

Das Augen reiben kann auf unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden. Sie haben sich beim Augenreiben ertappt und fragen sich nach dem Grund dieses Reflexes? Juckende und trockene Augen, zu wenig Schlaf oder ein Fremdkörper im Auge können mögliche Auslöser sein.

Nachfolgend erklären wir zudem, warum man sich speziell nach Augenoperationen oder beim Tragen von Kontaktlinsen die Augen reiben möchte. Augenärzte raten dringend davon ab. Mit der Corona Pandemie wird aktuell auch verstärkt darauf hingewiesen, nicht mit ungewaschenen Händen die Augen zu berühren

Juckende Augen

Juckende Augen treten oft aufgrund einer Allergie oder bei zu langem Tragen von Kontaktlinsen auf. Es kann durchaus vorkommen, dass man abends vermehrt den Drang verspürt, die Augen zu reiben. Denn Schlafmangel und Müdigkeit sind ausschlaggebende Ursachen für das Jucken. 

Wenn wir müde sind, fährt der Körper mit seinen Funktionen zurück. Die Tränendrüse produziert dann weniger Flüssigkeit und der schützende Tränenfilm auf der Hornhaut reisst auf. Die Augen trocknen aus und fangen an zu jucken. Dann heißt es: Nicht dem Drang nachgeben und die Augen reiben, da die Hornhautoberfläche oder Bindehaut geschädigt werden können. Augenerkrankungen wie eine Bindehautentzündung oder ein Keratokonus können durch das Augen reiben entstehen. 

Es können auch Sehstörungen aufgrund von zu viel Lichtempfindlichkeit oder geschwollenen Augen auftreten. Mittels künstlicher Tränen können Beschwerden behoben werden. Außerdem gibt es Tropfen, die Juckreize verhindern sollen (Antihistaminikum).

Trockene Augen

Trockene Augen werden sehr oft wegen einer sogenannten Blickmonotonie ausgelöst. Blickmonotonie passiert häufig bei konzentrierter Arbeit am Bildschirm oder bei langen Autofahrten. Die Lidschlagfrequenz sinkt und somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Augen austrocknen. Auch trockene Luft, wie beispielsweise in geheizten Räumen, kann eine mögliche Ursache sein.

Trockene Augen

Beschwerden können mit künstlicher Tränenflüssigkeit behoben werden. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft kann helfen. Treten regelmäßig trockene Augen auf, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Produzieren Ihre Augen vielleicht zu wenig Tränenflüssigkeit oder verdunstet sie zu schnell? In jüngster Zeit hat man die komplexe Struktur des Tränenfilms erforscht und einige Präparate bzw. Strategien gegen trockene Augen entwickelt. Mit der E-Eye-Behandlung können Sie trockene Augen nachhaltig therapieren.

Wenig Schlaf

Zu wenig Schlaf kann zu Augen reiben führen und dies nicht nur am Morgen. Sind unsere Augen müde, wird weniger Tränenflüssigkeit gebildet. Der dünne Tränenfilm auf der Augenhornhaut kann aufreißen, die Augen trocknen aus und fangen an zu jucken.

Augen reiben nach Augenlaser OP

Direkt nach einer Augenlaser OP kommt es zu irritierten und lichtempfindlichen Augen. Nach dem Augen lasern sollten Sie ein Reiben oder Drücken unbedingt vermeiden. Im Zuge einer Augenoperation wird ein Tropfplan vom Augenarzt empfohlen, um brennenden Augen entgegenzuwirken und den Heilprozess zu begünstigen.  

Augen reiben mit Kontaktlinsen

Wenn man Kontaktlinsen zu lange trägt, bekommt die Hornhaut zu wenig Sauerstoff. Die Folge: Das Auge trocknet aus und es entsteht wiederum ein Juckreiz. Kontaktlinsenträger sollten auf keinen Fall die Augen reiben. Die feine Quervernetzung der Fasern, die in der Hornhaut parallel liegen, kann durch das Reiben gelöst werden. Es entsteht eine weiche und instabile Hornhaut. Darauf kann es zu verstärkter Kurzsichtigkeit, irregulärer Hornhautverkrümmung oder reduzierter Sehschärfe kommen. 

Oft haben Kontaktlinsenträger das Gefühl, dass sich etwas im Auge befindet. Speziell harte Kontaktlinsen fühlen sich in den ersten Tagen wie ein Fremdkörper an. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass etwas unter eine harte Kontaktlinse rutscht und starke Beschwerden hervorruft ist größer als bei weichen Kontaktlinsen. Auch unpassende Kontaktlinsen fühlen sich wie ein Fremdkörper an. Deshalb sollten Kontaktlinsen unbedingt von einem Spezialisten – einem Augenarzt oder Augenoptiker – angepasst werden.

Fremdkörper im Auge

Das Fremdkörpergefühl im Auge kann auch ohne Kontaktlinse auftreten, wenn sich tatsächlich eine Wimper oder Staub im Auge befindet. Reibt man dann die Augen, kann  man damit die Bindehaut oder die Hornhaut verletzen

Wie können Sie einen Fremdkörper richtig entfernen? Am besten ist, Sie versuchen ihn durch Blinzeln oder Augentropfen loszuwerden. Gelingt das nicht, sollten Sie mit einem sauberen Tuch vom Unterlid ausgehend Richtung Nase wischen. Bevor Sie das Auge mit Ihren Fingern berühren, ist es wichtig, sich davor die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Verschwindet der Fremdkörper nicht, wenden Sie sich an einen Augenarzt. Denn wenn es im Auge drückt, steckt vielleicht auch eine Bindehautentzündung dahinter. 

Warum reiben sich Kinder die Augen?

Warum reiben sich Kinder die Augen?

Wenn sich Kleinkinder die müden Augen reiben, ist das meistens harmlos. Nur wenn sie es auch tagsüber häufig tun, kann eine Entzündung oder eine Fehlsichtigkeit dahinter stecken. Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung haben Kinder oft gerötete Augen, verklebte Wimpern oder einen gelblichen Ausfluss. Mit desinfizierenden oder antibiotischen Augentropfen verschwinden die Beschwerden in der Regel nach ungefähr zwei Tagen. 

Im Frühling oder Sommer ist meist eine Pollenallergie die Ursache eines Juckreizes. Hier verschreibt der Kinderarzt antiallergische Augentropfen oder Tabletten. Regelmäßiges Reiben verschlimmert nur die Symptome, stattdessen können Sie die Augen Ihrer Kinder mit einem feuchten Tuch kühlen. 

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