Druck auf den Augen – was tun?

Doctor-Medic Liliana Bányai

Doctor-medic Liliana-Iulia Bányai

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10. August 2021 5 Minuten Lesezeit
Letzte Änderung: 10. August 2021
Druck auf den Augen - was tun?

Die Augen gehören zu den kleinsten Organen in unserem Körper. Sie sind aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit unser wichtigstes Sinnesorgan. 

Verspüren Sie Druck auf den Augen? Leiden Sie unter Augenschmerzen? Dies kann die verschiedensten Ursachen und vor allem schwerwiegende Folgen für die Augen haben. Der Auslöser der Symptome kann dabei in den Augen selbst liegen, aber auch aus anderen Erkrankungen resultieren. In jedem Fall sollten Sie bei länger anhaltenden oder sehr starken Beschwerden einen Arzt aufsuchen! Ihr Sehvermögen soll bestmöglich erhalten und so viel Lebensqualität wie möglich zurückgewonnen werden.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige über Druck auf den Augen, wie Sie entscheidende Symptome erkennen und warum bei Augenschmerzen schnellstmöglich gehandelt werden sollte.

Welche Druckgefühle und Schmerzen in den Augen können vorkommen?

Je nachdem wo die Schmerzen und Druckgefühle in den Augen lokalisiert sind, können sie verschiedene Ursachen haben. 

In der Regel lässt sich ein Druckgefühl am oder hinter dem Auge auf trockene Augen oder einen unkorrigierten Sehfehler zurückführen. Beides stellt eine enorme Belastung der Augen dar, woraus unangenehme Augenschmerzen resultieren.

Wenn Sie feststellen, dass sich der Druck auf den Augen beim Bücken erhöht, sollte unbedingt abgeklärt werden, ob die Ursache in den Nasennebenhöhlen liegt.

Länger anhaltende Schmerzen sind häufig die Reaktion der Augen auf Fremdkörper unter den Lidern. Tendenziell verschlimmern sich hier die Beschwerden. Geraten durch Fremdeinwirkung, beispielsweise durch einen Unfall, Splitter oder Chemikalien in die Augen, können diese die Augen reizen und müssen zwingend entfernt werden.

Die häufigsten Ursachen für Druck auf den Augen

Druck auf den Augen oder Augenschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben, die nicht zwangsläufig direkt in den Augen selbst liegen müssen. Häufig führen auch bestimmte Erkrankungen zu einem Druckgefühl auf den Augen. Neben Müdigkeit, Kopfschmerzen und trockenen Augen können selten auch schwerwiegendere Ursachen wie Sehnervenentzündungen oder Tumore schmerzende Augen hervorrufen.

Zu weiteren häufigen Ursachen gehören:

Um dies abzuklären und schwerwiegende Spätfolgen zu vermeiden sollte in jedem Fall bei plötzlich auftretenden, starken oder andauernden Beschwerden ein Arzt konsultiert werden. 

Bindehautentzündung

Bei einer Bindehautentzündung handelt es sich um eine Erkrankung am Auge, die durch eindringende Bakterien, Viren oder andere Fremdkörper hervorgerufen wird. Typischerweise erkennt man die Bindehautentzündung an einem geröteten, tränenden Auge, sowie einem Fremdkörpergefühl oder Druck auf den Augen. Die Erkrankung tritt sehr häufig auf, lässt sich aber unkompliziert und erfolgreich behandeln.

Gerstenkorn

Ein Gerstenkorn, auch Hordeolum genannt, entsteht in Folge von eindringenden Bakterien in die Talgdrüsen des Augenlides. Es handelt sich dabei um ein kleines, mit Eiter gefülltes Kügelchen, welches sich am Rand oder auf der Innenseite des Augenlids bildet. 

Ein Gerstenkorn darf niemals durch den Patienten selbst geöffnet werden, da sonst schwerwiegende Infektionen entstehen können. Viele Betroffene beschreiben hier ein unangenehmes Druckgefühl auf den Augen. Im Heilungsprozess verschwindet dieses in der Regel ohne Medikamente innerhalb weniger Tage. Leiden Sie regelmäßig unter Gerstenkörnern in den Augen kann das ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem sein.

Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen und Clusterkopfschmerzen)

Viele Menschen leiden regelmäßig unter dumpfen Schmerz- und Druckgefühlen im Kopf, sogenannten Spannungskopfschmerzen. Diese können sich hinter beiden Augen ausbreiten. “Migräne-ähnliche” Augenschmerzen und einen Druck hinter den Augen kann dadurch ausgelöst werden.

Als Clusterkopfschmerzen bezeichnet man sehr heftige Kopfschmerzen, welche einseitig im Bereich des Auges oder der Schläfe aufkommen und ebenfalls mit Augendruck einhergehen. Charakteristisch sind zusätzliche Begleitsymptome wie tränende Augen, ein etwas hängendes Augenlid oder eine laufende Nase. 

In der Schub freien Zeit sind Patienten in der Regel vollständig beschwerdefrei. Während eines akuten Schubs können reiner Sauerstoff und Migräne-Mittel Abhilfe schaffen. 

Nasennebenhöhlen Erkrankung

Hals-Nasen- und Ohren-Erkrankungen können häufig auch Augenschmerzen oder ein verstärktes Druckgefühl auf den Augen hervorrufen. Die Augenhöhle ist gleichzeitig die Begrenzung der Nasennebenhöhle. Deshalb können Nasennebenhöhlen Erkrankungen (sogenannte Sinusitiden) bis in den Bereich der Augenhöhle ausstrahlen und dort zu Schmerzen und Druckgefühlen führen. 

Tumore hinter dem Auge

In seltenen Fällen kann auch ein Tumor in der Nasennebenhöhle oder hinter dem Auge den Druck auf die Augen verursachen. Aufgrund der räumlichen Nähe zu den Augen kann der Schmerz ausstrahlen, sodass auch die Nasennebenhöhlen Erkrankung im sensiblen Bereich des Auges wahrgenommen wird. Betroffene leiden unter einem unangenehmen Druckgefühl.

Fehlsichtigkeit die nicht korrigiert ist

Verschiedene Arten von Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Alterssichtigkeit können unbehandelt die Augen stark fordern. Solch eine Überlastung der Augen kann sich auf Dauer in einem störenden Druckgefühl äußern.

Da sich diese Form des Augendrucks leicht vermeiden lässt, sollten Sie regelmäßig ihr Sehvermögen überprüfen lassen und eventuell mit einer Sehhilfe anpassen. Leiden Sie unter einer besonders schweren Form der Fehlsichtigkeit, sollten Sie zusätzlich die Möglichkeit des Augenlaserns in Betracht ziehen. Ein minimaler Eingriff genügt bereits, um ihr Sehvermögen zu verbessern. Störende Begleitsymptome wie Augenschmerzen oder Druck auf den Augen werden reduziert.

Sehnervenentzündung

In Zusammenhang mit Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose treten häufig Entzündungen des Sehnervs auf, die ebenfalls zu einem Druckgefühl auf den Augen führen können. Je nach Position der Sehnerventzüdnung unterscheidet man verschiedene Formen der Entzündung wie zum Beispiel die Retrobulbärneuritis, Optikusneuritis oder die Papillitis. 

Wann sollte ich bei Druck auf den Augen zum Arzt?

Wann sollte ich bei Druck auf den Augen zum Arzt?

Haben Sie bereits über einen längeren Zeitraum mit Augenschmerzen oder Druck auf den Augen zu kämpfen und keine Besserung ist in Sicht? Dann sollten Sie dringend einen Augenarzt aufsuchen. Auch ein plötzliches Stechen im Auge oder ein Fremdkörpergefühl können Warnzeichen sein, die es zu beachten gilt, um schwere Schädigungen des Auges abzuklären. 

Treten in Zusammenhang mit Augenschmerzen zusätzlich folgende Begleitsymptome auf, sollten Sie schnellstmöglich einen Augenarzt aufsuchen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verminderte Sehschärfe
  • Sehen von Lichthöfen um Lichtquellen
  • Hervorwölbung des Augapfels aus der Augenhöhle
  • Starke Rötung der Augen

Da das Auge ein sehr empfindliches Organ ist, können bereits leichte Beeinträchtigungen irreversible Spätfolgen nach sich ziehen. Zögern Sie daher nicht ihre Symptome von einem Augenarzt abklären zu lassen.

Was ist ein erhöhter Augendruck?

Steigt der Druck dauerhaft über einen Wert von 21 mmHg, spricht man von erhöhtem Augeninnendruck. Verursacht wird dieser durch eine Überproduktion von Kammerwasser. Fließt die überschüssige Flüssigkeit nicht schnell genug ab, steigt der Druck auf den Augen an. 

Verursacht „leider“ KEINE Schmerzen und kein Druckgefühl. Daher ist ein erhöhter Augendruck umso gefährlicher weil er sich unbemerkt entwickelt.

Sehr häufig tritt als direkte Folge ein Glaukom, der sogenannte „Grüne Star“, auf. Da durch den hohen Augeninnendruck der Sehnerv beschädigt werden kann, sind negative Begleiterscheinungen wie beispielsweise Beeinträchtigungen des Sehvermögens die Folge, welche irreversibel sind. 

Um bleibende Schäden zu verhindern ist es von großer Bedeutung, dass Sie regelmäßig einen Augenarzt aufsuchen, um einen erhöhten Augeninnendruck schnellstmöglich zu erkennen. Da Sie die Symptome selbst nicht zwangsläufig feststellen werden, empfiehlt sich ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich den Augendruck überprüfen zu lassen.

In den meisten Fällen lässt sich ein hoher Augendruck sehr gut medikamentös behandeln (beispielsweise mittels Augentropfen). Ist der Außendruck mit Augentropfen nicht ausreichend reguliert kann es sein dass eine Augen-OP notwendig wird.

Da ein Glaukom im schweren Stadium zur Erblindung führen kann, empfiehlt sich alternativ zu Augentropfen das Augen lasern (Selektive Lasertrabekuloplastik) als sichere Behandlung. Diese OP verhindert das Fortschreiten der Erkrankung.

Was ist ein niedriger Augendruck?

Nicht nur ein erhöhter, sondern auch ein niedriger Augeninnendruck kann große Schäden im Auge verursachen. Liegt der Druck dauerhaft unter einem Wert von 10 mmHg, sollten Sie abklären lassen, ob zu wenig Kammerwasser gebildet wird oder das Kammerwasser zu schnell abfließt.

Unbehandelt kann dies zu einer Aderhautablösung führen, welche behandelt werden sollte. Ansonsten besteht die Gefahr einer irreversiblen Erblindung. Zudem kann auch ein erniedrigter Augeninnendruck zur Entstehung eines Glaukoms führen.

Auch in diesem Bezug gilt: Lassen Sie sich regelmäßig von einem Augenarzt den Augeninnendruck mit einem sogenannten Non-Contact-Tonometer messen, besteht kein Grund zur Sorge.

Fazit

Ein Druck-Gefühl auf den Augen kann verschiedene Ursachen haben. Auch wenn diese häufig harmlos sind und der Druck auf den Augen in den meisten Fällen von alleine wieder verschwindet, sollten aufkommende Symptome zwingend von einem Augenarzt abgeklärt werden. Ein breites Spektrum an schwerwiegendere Ursachen für die Augenschmerzen kann infrage kommen.  

Versuchen Sie in jedem Fall die Augenschmerzen zu lokalisieren, um mögliche Ursachen einzuschränken. 

Nehmen die Schmerzen zu oder leiden Sie unter einem Fremdkörpergefühl im Auge? Kommen vergangene Unfälle oder Arbeiten mit Chemikalien infrage? Informieren Sie ihren Arzt darüber! Jedes Detail kann wichtig sein, um ihr Sehvermögen zu erhalten.

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