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Herpes am Auge: Dr. med. Bányai klärt auf

Als Augenarzt bei Bányai Neue Augen in Stuttgart und Karlsruhe ordne ich ein, wann Herpesverdacht eine rasche Untersuchung braucht. Herpes am Auge ist eine virale Augeninfektion. Hauptursache der Herpes-simplex-Keratitis, einer Entzündung der Hornhaut, ist das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (kurz HSV-1).

Der sogenannte Augenherpes (okulärer Herpes) betrifft in der Regel die Hornhaut des Auges (Herpes-Keratitis oder Herpes corneae). Man unterscheidet verschiedene Formen. Sie richten sich danach, welche Hornhautschicht erkrankt ist: Epithel, Stroma oder Endothel.

Aber auch das Augenlid, die Bindehaut, die Regenbogenhaut oder die Netzhaut können betroffen sein. Die meisten Fälle entstehen, nachdem eine andere Körperstelle schon infiziert war, meist der Mund (Lippenherpes). Wer unter Lippenherpes leidet, sollte vor jeder Berührung der Augen die Hände gründlich waschen. So verringern Sie das Risiko, die Herpesviren per Schmierinfektion ans Auge zu verschleppen.

Typische Symptome dieser Augenerkrankung sind bläschenförmige Entzündungen der Lider und Trübungen der Hornhaut (Hornhautentzündung). Eine Entzündung der Netzhaut (Herpes-Retinitis) tritt häufiger bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf.

Auch das Varizella-Zoster-Virus (VZV), der Erreger der Gürtelrose, kann das Auge befallen (Herpes zoster ophthalmicus). Das ist eine eigene Erkrankung, die ich weiter unten erkläre.

Unbehandelt kann die Erkrankung ernste Folgen haben, etwa Narbenbildung am Auge oder Erblindung. Nehmen Sie die Infektion deshalb ernst und beachten Sie die Warnzeichen.

In diesem Beitrag informiere ich Sie ausführlich über den Augenherpes und seine Ursachen. Außerdem zeige ich, wie Sie – im Idealfall in Absprache mit Ihrem Augenarzt – bestmöglich dagegen vorgehen können.

Augenherpes – Entstehung und Verlauf

In den meisten Fällen kommt es zu einer Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 bereits in Kindheit oder Jugend. Da, wenn überhaupt, meist nur eine leichte Bläschenbildung im Mund auftritt, bleibt die Infektion oft unbemerkt.

Ist das Virus allerdings erst einmal in den menschlichen Organismus eingedrungen, siedelt es sich in den Ganglien des Nervensystems an. Im Gesicht sitzt es im Trigeminusganglion. Dort kann die Infektion jahrelang verbleiben, ohne dass Symptome auftreten.

Später kann das Virus wieder aufflackern und sich über die Nervenbahnen verbreiten. Diese Reaktivierung löst oft die Keratitis aus.

Herpes am Auge - Entstehung durch UV-Strahlen

Bei Lippenherpes werden UV-Licht, Infektionen mit Fieber und Stress als Auslöser genannt. Für das Auge ist das nicht gesichert. In der Herpetic Eye Disease Study (HEDS) standen weder hoher Stress noch Sonnenlicht im Zusammenhang mit Rückfällen.[1] Eine spätere Auswertung derselben Daten liefert einen Hinweis auf UV-Licht. In Wochen mit UV-Index ab 4 hatten Teilnehmer, die mindestens acht Stunden pro Woche im Freien verbrachten, ein höheres Rückfallrisiko. Die Ergebnisse sind jedoch statistisch ungenau.[2]

Bei einer Infektion am Auge ist oft die Hornhaut vom Herpesvirus befallen. Die Infektion heilt meist ohne Schaden am Auge ab. Schwere Verläufe können jedoch Narben hinterlassen.

In der Augenheilkunde gilt Augenherpes als dringend abzuklärende Erkrankung. Diagnose und Behandlung gehören in die Hände eines Augenarztes, weil Sehverlust drohen kann. Wiederkehrende Entzündungen verursachen die meisten Folgeschäden am Auge. Eine erneute Entzündung tieferer Hornhautschichten kann zu Vernarbungen und Sehverlust führen.

Je nach Verlauf können Komplikationen wie Hornhautgeschwüre oder eine herpesbedingte Uveitis auftreten. Diese Entzündung der Regenbogenhaut kann mit erhöhtem Augendruck einhergehen. Eine Herpes-Retinitis erfordert eine rasche antivirale Behandlung, damit sie nicht weiter fortschreitet. Ohne Behandlung können Sehstörungen dauerhaft bleiben. In schweren Fällen kann ein unbehandelter Augenherpes auch zu Erblindung führen.

Ist Herpes am Auge ansteckend?

Herpesviren übertragen sich durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person. Das geschieht meist über Speichel oder über Kontakt mit aktiven Bläschen an den Lippen.

Während eines akuten Schubs sind Herpesbläschen ansteckend, bis die Haut abgeheilt ist. Aber auch ohne sichtbare Bläschen können Betroffene Viren abgeben, etwa im Speichel. In der Tränenflüssigkeit lässt sich Erbgut des Virus nachweisen.

Mögliche Ursachen von Augenherpes

Die Ursache von Augenherpes sind meist Herpes-simplex-Viren, vor allem vom Typ 1 (HSV-1). Gelangen sie in den Körper, nisten sie sich im Nervensystem ein und verharren dort teilweise ein Leben lang im Ruhezustand. Was sie später wieder aktiviert, ist am Auge weitgehend ungeklärt.

Es kann immer wieder zu einer Reaktivierung und einem neuerlichen Ausbruch des Virus kommen. Bei einem geschwächten Immunsystem können Infektionen schwerer verlaufen und häufiger wiederkehren, etwa nach einer Organtransplantation oder bei Diabetes. Auch Verletzungen können die Hornhaut anfälliger für eine Infektion machen. Für Infekte, Stress oder die Menstruation ist ein Zusammenhang mit Rückfällen am Auge dagegen nicht belegt.[1]

Eine eigene Erkrankung ist die Gürtelrose (Herpes zoster). Sie entsteht, wenn sich das Varizella-Zoster-Virus (VZV) erneut aktiviert, das auch die Windpocken auslöst. Betrifft sie den Augenast des Trigeminusnervs, spricht man von Herpes zoster ophthalmicus (HZO). Dabei kann das Auge akut oder dauerhaft Schaden nehmen, bis hin zum Sehverlust. HZO ist also keine HSV-Keratitis, sondern eine andere Erkrankung.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wirkt die antivirale Behandlung bei Zoster am besten innerhalb von 72 Stunden nach Symptombeginn.[3] Warten Sie deshalb nicht ab. Lassen Sie einen Zoster im Augenbereich umgehend augenärztlich untersuchen.

Was sind typische Symptome bei Herpes am Auge?

Ein Ausbruch kann mit einem unangenehmen Juckreiz an der betroffenen Stelle beginnen. Kurz darauf entstehen dort mit Sekret gefüllte Bläschen.

Das Auge ist gerötet und kann stark schmerzen. Dazu können wässriger Ausfluss, verschwommenes Sehen und Lichtscheu kommen. Eine getrübte Hornhaut kann das Sehvermögen beeinträchtigen und die Sicht verschwimmen lassen. Manchmal verwechseln Laien einen Augenherpes mit einer Bindehautentzündung. Deshalb ist es wichtig, einen Augenarzt aufzusuchen, um die richtige Diagnose zu stellen und keine Schädigung des Auges zu riskieren.

Bei Schmerzen, Rötung, verschwommenem Sehen oder Lichtempfindlichkeit rufen Sie umgehend eine Augenarztpraxis an. Tragen Sie Kontaktlinsen, nehmen Sie diese heraus. Warten Sie nicht mit Hausmitteln ab. Verschlechtert sich Ihr Sehen plötzlich deutlich, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

An der Spaltlampe beurteilt der Arzt den Zustand der verschiedenen Hornhautschichten. Meist genügt diese Untersuchung für die Diagnose. In unklaren Fällen kann zusätzlich ein Abstrich den Erreger genau bestimmen.

Folgende Symptome sind weiters typisch für Augenherpes:

  • Geschwollene Augen
  • vermehrter Tränenfluss
  • wiederkehrende Augenentzündungen
  • Reizungen
  • Fremdkörpergefühl
  • Augenrötungen
  • Wunden am Auge
  • wässriger Ausfluss aus dem Auge
  • Lichtempfindlichkeit

Diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Nur eine augenärztliche Untersuchung klärt, ob Herpes dahintersteckt.

In den meisten Fällen treten die Symptome nur an einem Auge auf, es können aber auch beide Augen betroffen sein.

Wie behandelt man Herpes im Auge?

Die Behandlung richtet sich danach, welche Hornhautschicht betroffen ist, und gehört in augenärztliche Hand. Bei einer Entzündung der obersten Schicht (epitheliale Keratitis) sind antivirale Medikamente allein die Behandlung der Wahl.

Neben Augentropfen, Augengel oder Augensalbe kann auch eine systemische Therapie mit Tabletten Erfolg bei der Behandlung von Augenherpes zeigen. Diese enthalten sogenannte Virustatika, also Wirkstoffe, welche gegen eingedrungene Viren in Ihrem Körper vorgehen. Hier kommen vor allem Wirkstoffe wie Aciclovir, Valaciclovir oder Ganciclovir zum Einsatz.

Sitzt die Entzündung tiefer (im Stroma), kann der Augenarzt zusätzlich Kortison-Augentropfen verordnen. Er kombiniert sie mit einem antiviralen Mittel. Beginnen Sie Kortison-Augentropfen nie selbst. Verwenden Sie auch keine Reste aus einem früheren Rezept. Kortison kann eine schwere Entzündung der obersten Hornhautschicht begünstigen.

Bei tieferen Entzündungen prüft der Arzt zudem, ob eine bakterielle Infektion hinzugekommen ist. Diese behandelt er gesondert.

Augentropfen gegen Augenherpes

Wie lange die Behandlung dauert, hängt von der Form der Erkrankung und vom Ansprechen ab. Eine Behandlung kann Beschwerden und Rückfälle deutlich verringern. Die HSV-Infektion selbst heilt sie nicht. Auch wenn der Herpes bereits abgeklungen ist, können Ihre Beschwerden weiterhin anhalten.

Tipps gegen Herpes am Auge

Hausmittel ersetzen keine ärztliche Behandlung. Einen Heilungserfolg versprechen sie nicht. Diese einfachen Hygiene-Hinweise sind trotzdem sinnvoll:

  • Waschen Sie Ihre Hände gründlich, bevor Sie Ihre Augen berühren, besonders bei Lippenherpes oder Herpesbläschen.
  • Nutzen Sie eigene Handtücher und Waschlappen, denn das Virus überträgt sich durch direkten Kontakt. Wechseln Sie diese regelmäßig und waschen Sie sie heiß.
  • Verwenden Sie nur Augentropfen, die Ihnen ein Arzt verordnet oder empfiehlt. Das gilt besonders für Kortison-Augentropfen.
  • Hatten Sie schon einmal eine Herpes-Hornhautentzündung, besprechen Sie das Tragen von Kontaktlinsen mit Ihrem behandelnden Arzt. Ob sie das Rückfallrisiko erhöhen, ist uneinheitlich belegt.

Prävention gegen Herpes am Auge

Sind Sie anfällig für Herpes, achten Sie besonders auf saubere Hände, bevor Sie Ihre Augen berühren. Hygiene kann die Übertragung erschweren, einen Rückfall aber nicht sicher verhindern. Saubere Hände sollten dennoch zu Ihrer täglichen Routine gehören.

Ob es Rückfälle verhindert, Sonne oder Stress zu meiden, ist für das Auge nicht gesichert. Belegt ist dagegen die Wirkung einer vorbeugenden Behandlung. In einer Studie hatten 703 Patienten im Vorjahr eine Herpes-Erkrankung des Auges durchgemacht. Innerhalb von zwölf Monaten erlitten 19 Prozent der Patienten unter Aciclovir-Tabletten einen Rückfall, unter Placebo 32 Prozent.[4] Am wichtigsten ist die Vorbeugung für Menschen, die schon eine Entzündung tieferer Hornhautschichten hatten. Ob sie für Sie infrage kommt, entscheidet der behandelnde Arzt.

Haben Sie Beschwerden am Auge, besuchen Sie uns in einer Augenarztpraxis. Mein Team und ich sind an mehreren Augenarzt-Standorten im Raum Stuttgart und Karlsruhe tätig. Wir sind in Stuttgart-Mitte, Leonberg, Böblingen, Feuerbach, Weil der Stadt und Ditzingen für Sie da. Ob eine Praxis bei Herpesverdacht kurzfristig einen Termin anbietet, klären Sie am besten telefonisch. In den Augenlaserzentren in Stuttgart und Karlsruhe behandeln wir ausschließlich Fehlsichtigkeiten mittels innovativer Lasermethoden. Wenn Sie also Ihre Brille oder Kontaktlinsen loswerden möchten, sind Sie hier bei uns genau richtig.

Häufig gestellte Fragen zu Herpes am Auge

Augenherpes bezeichnet eine Infektion durch Herpesviren im Bereich des Auges. Betroffen sein können zum Beispiel Augenlid, Bindehaut oder Hornhaut. Meist löst HSV-1 eine Hornhautentzündung aus. Ein Herpes zoster am Auge geht dagegen auf das Varizella-Zoster-Virus zurück.

Mögliche Beschwerden sind Rötung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, tränende Augen, Bläschen am Augenlid oder eine Verschlechterung des Sehens.

Herpesviren übertragen sich durch direkten Kontakt. Waschen Sie Ihre Hände gründlich und teilen Sie keine Handtücher oder Kosmetik.

Die Behandlung hängt davon ab, welche Bereiche des Auges betroffen sind. Wenden Sie Medikamente nur nach ärztlicher Diagnose und Empfehlung an. Das gilt besonders für Kortison-Augentropfen.

Bei Augenschmerzen, Rötung, Lichtscheu, verschwommenem Sehen, Bläschen am Auge oder einer Sehverschlechterung. Bei plötzlich deutlich schlechterem Sehen sofort. Bei Zoster im Augenbereich so früh wie möglich.

Quellen

  1. Herpetic Eye Disease Study Group. Psychological stress and other potential triggers for recurrences of herpes simplex virus eye infections [Psychischer Stress und andere mögliche Auslöser für Rückfälle von Augeninfektionen mit dem Herpes-simplex-Virus]. Arch Ophthalmol. 2000;118(12):1617–25 [zitiert am 13.10.2026]. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1001/archopht.118.12.1617 ↩ ↩
  2. Ludema C, Cole SR, Poole C, Smith JS, Schoenbach VJ, Wilhelmus KR. Association between unprotected ultraviolet radiation exposure and recurrence of ocular herpes simplex virus [Zusammenhang zwischen ungeschützter UV-Strahlung und Rückfällen von okulärem Herpes simplex]. Am J Epidemiol. 2014;179(2):208–15 [zitiert am 13.10.2026]. Verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3873108/ ↩
  3. Centers for Disease Control and Prevention. Clinical Overview of Shingles (Herpes Zoster) [Klinischer Überblick zur Gürtelrose (Herpes zoster)] [Internet]. Atlanta (GA): CDC; o. D. [zitiert am 07.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/shingles/hcp/clinical-overview/index.html ↩
  4. Herpetic Eye Disease Study Group. Acyclovir for the prevention of recurrent herpes simplex virus eye disease [Aciclovir zur Vorbeugung wiederkehrender Herpes-simplex-Augenerkrankungen]. N Engl J Med. 1998;339(5):300–6 [zitiert am 13.10.2026]. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1056/NEJM199807303390503 ↩
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Verfasst von Dr. med. Daniel Bányai

Dr. med. Daniel Bányai ist Augenarzt bei Bányai Neue Augen und spezialisiert auf refraktive Augenlaserbehandlungen an den Standorten Stuttgart und Karlsruhe.

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