Gerstenkorn, was nun?

Doctor-Medic Liliana Bányai

Doctor-medic Liliana-Iulia Bányai

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21. Juli 2021 4 Minuten Lesezeit
Letzte Änderung: 2. August 2021
Gerstenkorn - Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Gerstenkorn ist eine unangenehme Entzündung am Augenlid. Diese wird durch Bakterien (Staphylokokken) hervorgerufen. In der Fachsprache wird es auch Hordeolum genannt. Das Gerstenkorn äußert sich durch eine schmerzhafte, gerötete und geschwollene Stelle. Entweder findet man diese am Lidrand (äußeres Gerstenkorn) oder am gesamten Lid (inneres Gerstenkorn). Im weiteren Verlauf kann sich häufig Eiter entwickeln.

Meist heilt die Entzündung von alleine ab. Vom Augenarzt wird manchmal eine antibiotische Salbe oder Tropfen verschrieben.

Je nach Schwere der Infektion begünstigen Wärme oder antibiotische Salben den Heilungsprozess. Auf klassische Hausmittel sollten Sie eher verzichten, da diese das Bakterienwachstum fördern. Leiden Sie immer wieder unter einem Gerstenkorn kann das auf eine chronische Erkrankung wie Diabetes hinweisen. Verschwindet die akute Infektion nicht wieder, spricht man von einem Hagelkorn. Dabei handelt es sich um die chronische Form des Gerstenkorns.

In jedem Fall sollten Sie die Infektion von einem Augenarzt untersuchen lassen. Dieser wird umgehend die optimale Behandlung einleiten.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige zum Gerstenkorn, seiner Entstehung und was es für Behandlungsoptionen gibt.

Was ist ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn ist eine bakterielle Infektion im Augenlid. Diese Infektion führt zu einer schmerzenden roten Schwellung im Bereich des Infektionsherds.

Talgdrüsen oder Haarfollikel können durch Unreinheiten, wie beispielsweise Make-up, abgestorbene Hautschüppchen oder Schmutz, verstopft werden. Darin können sich Bakterien ansammeln und eine Infektion verursachen. Die von der Entzündung betroffene Drüse wird Gerstenkorn genannt. 

Welche Arten von Gerstenkörnern gibt es?

Im Allgemeinen unterscheidet man 2 Arten von Gerstenkörnern:

  • Ein äußeres Gerstenkorn sitzt an der Basis der Wimpern, betrifft also die Haarfollikel.
  • Als inneres Gerstenkorn wird eine infektiöse Talgdrüse im Bereich des Augenlids bezeichnet.

Wo entstehen Gerstenkörner?

In der Regel findet man Gerstenkörner an der Lidinnenseite oder am Lidrand und der Wimpernbasis. Dabei kann sowohl das obere als auch das untere Lid betroffen sein.

Gerstenkorn Ursachen – Wie entsteht diese Infektion beim Auge?

Inneres und äußeres Gerstenkorn unterscheiden sich nicht nur durch die betroffene Stelle des Auges. Insbesondere durch die Art der entzündeten Drüsen. Infiziert sein können entweder die Zeis- oder die Moll-Drüsen an der Außenseite des Lides oder aber die tiefer gelegenen Meibom-Drüsen. 

Ausgelöst wird die Infektion meist durch Hautkeime wie Staphylokokken, also Bakterien. In seltenen Fällen können auch Streptokokken verantwortlich sein. Zusätzlich kann Schmutz an den Fingern leicht ins Auge gelangen und die Entstehung eines Gerstenkorns begünstigen.

Da Kinder sehr schnell in Kontakt mit Schmutz oder Keimen kommen, sind sie deutlich häufiger von einem Gerstenkorn betroffen als Erwachsene. Achten Sie daher besonders nach dem Spielen auf dem Spielplatz auf saubere Hände bei Ihrem Schützling, um die unangenehme Schwellung zu vermeiden. 

Wer generell unter einem schwachen Immunsystem leidet, ist ständig der Gefahr einer bakteriellen Infektion ausgesetzt. Eine Stoffwechselerkrankung wie beispielsweise Diabetes mellitus kann somit schnell zu einem Gerstenkorn führen. 

Gerstenkorn Symptome – wie erkenne ich die Entzündung

Gerstenkorn Symptome - wie erkenne ich die Entzündung

Das Gerstenkorn äußert sich typischerweise als kleiner, oft schmerzhafter Pickel im betroffenen Bereich. Dieser ist meist deutlich geschwollen und kann mit Eiter bedeckt sein.

Zu den weiteren Symptomen eines Gerstenkorns gehören:

  • Ein Knoten am Augenlid
  • Schmerzen am Augenlid
  • Rötung
  • Geschwollene Augenlider
  • Schmerzempfindlichkeit
  • Schlaffe Augenlider
  • Augenausfluss (Kruste um das Augenlid)
  • Ein brennendes Gefühl
  • Tränende Augen

Gerstenkorn Behandlung – was können Sie tun?

Im Normalfall müssen Sie bei einem Gerstenkorn keine Angst haben. Die Entzündung verläuft meist unkompliziert und heilt von alleine wieder ab.

Sollte die Entzündung häufiger oder ungewöhnlich lang auftreten, sollten Sie sich dennoch dringend an einen Augenarzt wenden. Um zu verhindern, dass sich die Infektion ausbreitet, verschreibt dieser antibiotikahaltige Augensalben oder auch Augentropfen. 

Da die inneren Drüsen des Augenlids größer sind als die äußeren, geht ein inneres Gerstenkorn oft auch mit stärkeren Symptomen einher. Da sich die Entzündung leicht auf die Bindehaut oder Augenhöhle ausbreiten kann, werden neben Salben manchmal auch andere Arzneimittel, wie Antibiotikatabletten, zur Behandlung verordnet. 

Hausmittel gegen Gerstenkörner

Hausmittel können bei der Heilung von Gerstenkörnern nur bedingt eingesetzt werden. Um die Gesundheit Ihres Auges zu Hause wieder herzustellen, empfiehlt sich unter anderem die Rotlichttherapie. Mithilfe einer Rotlichtlampe wird trockene Wärme erzeugt. Diese lässt den Eiter schneller abfließen und unterstützt so die Heilung.

Feuchte Wärme würde hingegen das Bakterienwachstum fördern. Dies ist somit nicht zur Behandlung zu empfehlen. Von klassischen Hausmitteln wie feucht-warmen Umschlägen ist hingegen eher abzuraten. Diese fördern eher die Entzündung, als sie zu bekämpfen. 

Gerstenkörner auf keinen Fall ausdrücken!

Der Augenarzt kann das Gerstenkorn unter örtlicher Betäubung öffnen. Gerade, wenn der Eiter nicht von selbst abfließen kann. Auch, wenn Schmerz und Schwellung im entzündeten Bereich des Augenlids sogar zunehmen sollten. Versuchen Sie auf keinen Fall den Eiter selbst auszudrücken! Das kann nicht nur sehr schmerzhaft sein, sondern vor allem durch weitere Keime die Entzündung verschlimmern. So wird der Heilungsprozess nur unnötig erschwert.

Ärztliche Behandlung

Eine ärztliche Behandlung ist in der Regel nicht notwendig. Unter normalen Umständen heilt das Gerstenkorn von alleine ab. In folgenden Fällen sollten Sie dringend einen Augenarzt konsultieren:

  • Zunehmende Schwellung
  • Beeinträchtigung Ihres Sehvermögens
  • Selbst nach Tagen keine Besserung in Sicht

Ein Arzt wird die Infektion untersuchen, die Behandlung einleiten und gegebenenfalls entsprechende Arzneimittel verschreiben. Zusätzlich ist es wichtig andere Augenkrankheiten auszuschließen, um schwere Verläufe zu vermeiden.

So können Sie Gerstenkörner vorbeugen

Sie können Gerstenkörner vorbeugen, in dem Sie allgemein auf Ihre Gesundheit achten. Da es sich bei einem Gerstenkorn um eine bakterielle Infektion handelt, kann diese besonders durch ein schwaches Immunsystem begünstigt werden. Versuchen Sie daher mit regelmäßiger Bewegung und einer gesunden Ernährung die eigenen Abwehrkräfte zu stärken, um sich gegen unangenehme Erreger zu schützen. 

Generell sollten Sie auf eine ausgiebige Hand- und Augenhygiene achten, um eine bakterielle Infektion zu verhindern. Da die Erreger auf Haut und Schleimhäuten leben, können sie sehr leicht übertragen werden. Gelangen sie ins Auge, können sie innerhalb kürzester Zeit eine Entzündung hervorrufen. Waschen Sie sich deshalb regelmäßig die Hände. Versuchen Sie sich nicht mit schmutzigen Händen ins Auge zu fassen.

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