Blaulichtfilter Brille – Sinnvoll oder nur ein Modetrend?

Doctor-Medic Liliana Bányai

Doctor-medic Liliana-Iulia Bányai

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21. April 2022 4 Minuten Lesezeit
Letzte Änderung: 21. April 2022
Blaulichtfilter Brille – Sinnvoll oder nur ein Modetrend?

Stundenlange Arbeit an Computerbildschirmen im Homeoffice, nächtliches Gaming, scrollen durch Instagram, TikTok und co. in der Freizeit: Erkennen Sie sich wieder? Jeder von uns lenkt seinen Blick im Mittel sieben Stunden pro Tag auf digitale Geräte. Das kann nicht nur äußerst anstrengend sein, sondern gefährdet das menschliche Auge vor allem durch die Belastung mit schädlichem blauen Licht. 

Die kurzwelligen Strahlen beeinflussen das Schlafhormon des Schlafrhythmus (Melatonin) und schädigen auf Dauer die Netzhaut. Um die Augen zu schützen, wird seit einiger Zeit die Blaufilter-Brille empfohlen. 

Doch kann sie eventuelle Folgen wie Augenschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche wirklich vermeiden? Und wie schädlich ist blaues Licht tatsächlich? 

Wir haben die Hintergründe des Brillen Trends einmal genauer unter die Lupe genommen.

Was ist Blaulicht?

Was ist Blaulicht? Blaulichtfilter Brille

Entsprechend der Wellenlänge kann man sichtbares und unsichtbares Licht, unterscheiden. Da Blaulicht eine Wellenlänge von 380 bis 500 Nanometern aufweist, gehört es zum sichtbaren Teil der elektromagnetischen Strahlung. 

Das kurzwellige Licht findet sich im Lichtspektrum direkt neben der gefährlichen UV-Strahlung, deren blau-violettes Licht für den Menschen bereits nicht mehr sichtbar ist. Insbesondere der sogenannte blau-violette HEV-Wellenbereich (= High Energy Visible) von 415 bis 455 Nanometern kann durch seine enorme Energie das menschliche Auge schädigen. 

Im Gegensatz dazu sorgt das langwellige blau-türkise Licht mit einer Wellenlänge von 465 bis 490 Nanometern für angenehmes Wohlbefinden und unterstützt den biologischen Rhythmus. 

Blaues Licht hat also zwei Seiten: Eine gute und eine gefährliche.

Wie funktioniert eine Brille mit Blaulichtfilter?

Die Technologie eines Blaufilters hat die Aufgabe, den schädlichen Blaulichtanteil herauszufiltern und auf diese Weise das menschliche Auge vor zu starker Einwirkung von HEV-Strahlung zu schützen. Die Brillengläser sind mit einer speziellen Beschichtung überzogen, welche dafür sorgt, dass die blaue Strahlung in den Wellenlängen oberhalb von 400 Nanometern nicht in das Auge eindringen kann. 

Hochwertige Sonnenbrillen wirken am Auge als UV-Schutz, Blaulichtfilter-Brillen übernehmen die gleiche Aufgabe bei HEV-Strahlung. So werden die Augen bei der langen Arbeit am Bildschirm entlastet und fühlen sich auch  nach vielen Stunden vor dem Smartphone, Tablet oder PC nicht müde an.

Gibt es Blaulichtfilter Brillen mit und ohne Sehstärke?

Blaulichtfilterbrillen gibt es in verschiedenen Ausführungen, sodass jeder von den Vorteilen des Augenschutzes profitieren kann. Egal ob ohne Sehstärke, als Einstärken-, Gleitsichtbrille oder Lesebrille – für jeden Brillentyp gibt es den passenden Filter.

Sollten Sie sich für eine qualitativ hochwertige Blaulichtfilter-Brille ohne Sehstärke entscheiden, sollten Sie Kosten ab zirka 50 Euro einplanen (exkl. Versandkosten). Benötigen Ihre Gläser eine zusätzliche Sehstärke, müssen Sie mit etwas mehr rechnen. Ihr Optiker für Brillen und Kontaktlinsen berät sie sicher gern, welche Blaulichtfiltergläser zu ihrem Augentypus passen.

Ihre eigenen Brillengläser können nachträglich leider nicht bearbeitet werden. Damit Sie dennoch ihre Augen schützen und ihre eigene modische Brille behalten können, werden einfach neue Gläser mit eingearbeitetem Blaulichtfilter und ihrer Sehstärke vom Fachmann in die vorhandene Fassung eingesetzt.

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Wer profitiert von einer Brille mit Blaulichtfilter?

Wer profitiert von einer Brille mit Blaulichtfilter?

Arbeit am Computer: 

Sie verbringen ihren Berufsalltag fast ausschließlich vor dem PC und werden am Abend von quälenden Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder geröteten, trockenen Augen heimgesucht? Dann kann ihnen ein Blaulichtfilter in ihrer Brille das Leben erleichtern. Der Sehstress sinkt, die Konzentration steigt. 

Regelmäßige Nutzung von Smartphone, Tablet & Co.: 

Auch wenn Sie die Vorzüge des digitalen Lifestyles genießen und stets über das Smartphone oder andere digitale Medien kommunizieren, empfiehlt es sich, eine Blaulichtfilterbrille zu tragen. Besonders in der Dämmerung und nachts sind solche Brillen für sie doppelt sinnvoll. Die Pupillen sind im Dunklen geweitet und mehr Blaulicht erreicht ihr Auge.

Gamer: 

Sie verbringen ihre Freizeit oft bis tief in die Nacht vor dem Gaming-PC? Dann sollten Sie sich einmal eine sogenannte Gaming-Brille ansehen. Diese hat eine leicht bräunliche Tönung und damit auch den Vorteil, dass das gefilterte Licht weniger grell ist und blendet.

Autofahrer: 

Wer sich nachts von Xenon- und LED-Scheinwerfern entgegenkommender Fahrzeuge geblendet fühlt, ist mit einer Blaulichtfilter-Brille gut bedient. Kontraste werden stärker wahrgenommen und Blendungen der Lichtquellen reduziert. Im Gegensatz zur Sonnenbrille darf sie in der Dunkelheit auch getragen werden.

Die Vorteile und Nachteile einer Blaulichtfilter Brille

Die Blaulichtfilter-Brille schützt die Augen vor schädlichem, kurzwelligem Blaulicht. Im Laufe der Zeit kann es durch die Einwirkung dieses Lichts zu Augenkrankheiten wie Grauer Star oder Makuladegeneration (AMD) kommen. Mit einer Blaulichtbrille können vor allem solche langfristigen Netzhautschäden verhindert werden. Ab welcher Intensität des HEV-Lichts eine langfristige Gefährdung beginnt, ist allerdings noch nicht bekannt.

Die sogenannten Bildschirmbrillen eignen sich für den Alltag. Sie können also grundsätzlich vor dem Bildschirm, beim Autofahren, kombiniert als Sonnenbrille auch beim Spaziergang tagsüber getragen werden und sind auch in der Nacht nicht störend. Im Gegenteil! Hier schützen sie die Augen vor hellen, blaulicht-intensiven LED- oder Xenon-Scheinwerfern.

Wenn Sie das Tragen einer Brille nicht gewöhnt sind, könnte es durchaus sein, dass sie den Sichtschutz auf Dauer vielleicht als unangenehm empfinden. Manche Menschen empfinden den blauen Restreflex auf den Brillengläsern störend und nicht schön. Es ist also von besonderer Bedeutung, dass Sie sich für eine Brille mit hohem Tragekomfort entscheiden.

Wie schädlich ist HEV-Licht?

Im Gegensatz zur UV-Strahlung wird HEV-Licht nicht zu großen Teilen von der Hornhaut und Linse des Auges absorbiert, sondern trifft  weitgehend ungefiltert auf die Netzhaut.

Da es hier unter anderem von den blau-sensiblen Zapfen (Rezeptorzellen des Auges) absorbiert wird, spielt es auch bei der Erzeugung eines farblich differenzierten Seheindrucks von unserer Umgebung eine wichtige Rolle. 

Da es so energiereiches Licht ist, kann es nicht vom Photopigment der blausensiblen Zapfen abgefangen werden.  Stattdessen kann es in den Lichtsinneszellen der Netzhaut und im darunterliegenden Pigmentepithel langfristige Schäden hervorrufen.

Fazit

Wir finden die trendige Brille sinnvoll. Der Blaulichtfilter ist für das menschliche Auge oftmals gar nicht zu erkennen. Eine Blue Block Brille können Sie auf den ersten Blick also oft gar nicht von einer normalen Brille unterscheiden. Sie kann im Alltag wie eine normale Brille getragen werden, ist somit nicht störend und überzeugt fast schon als modisches Accessoire inkl. Schutzfunktion für das Auge. 

So können nicht nur Kopfschmerzen (Migräne und Augenmigräne) reduziert, sondern auch die Schlafqualität verbessert werden. Müde Augen adé.

Zudem müssen auch Brillenträger mit Brille welche eine Sehstärke benötigen nicht auf den Blaufilter verzichten. Er lässt sich unkompliziert mit Stärkegläsern kombinieren. Im Gegensatz zu beispielsweise einer Arbeitsplatzbrille hat die Anti-Blaulicht-Brille jedoch prinzipiell keine Stärke. Lassen Sie bei Ihrem Augenoptiker mittels eines Sehtests die Stärke bestimmen und die Gläser anpassen. Bei starken Fehlsichtigkeiten empfiehlt es sich jedoch, sich eher mit der Alternative der Augenlaser-OP auseinanderzusetzen.

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